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Methoden des Konfliktmanagements und der langfristigen Konfliktlösung

Treffen unterschiedliche Interessen oder Einstellungen aufeinander, kommt es zu Konflikten. Eine respektvolle Auseinandersetzung kann Standpunkte klären und ein erster Schritt in Richtung Konfliktlösung sein. Notwendige Voraussetzungen sind hierbei eine respektvolle Haltung und eine achtsame Sprache.

Was macht eine wertschätzende Kommunikation aus?

1. Respektvolle Haltung

2. Achtsame Sprache

1. Respektvolle Haltung

Entscheidend ist die innere Haltung, mit der ich mich in Konflikten verhalte und anderen begegne. Folgende Charakter-Merkmale sind hilfreich:

  • Respekt: ohne Vorwurf sein, auch wenn das Gegenüber einen anderen Standpunkt vertritt.
  • Achtsamkeit: bemerken, wenn ein Verhalten oder eine Person bewertet, beurteilt oder gar verurteilt wird.
  • Mitgefühl und Empathie: was auch bedeutet, den anderen in seiner Würde zu achten.
  • Ehrlichkeit: das heißt einerseits, eigene Fehler zu bekennen und zu seinen Gefühlen zu stehen. Und das heißt andererseits, dem anderen auch unbequeme, unangenehme Aussagen und Wahrheiten zuzumuten – und das im vollen Respekt für die Person.
  • Eigenverantwortung: bereit sein,
  • Verantwortung für die eigenen Gefühle und das eigene Verhalten zu übernehmen – und nicht andere dafür verantwortlich machen.
  • zu reflektieren, um auch den eigenen Anteil am Konflikt zu sehen.

2. Achtsame Sprache

Eine achtsame Sprache ist gerade auch in Konflikten sehr bedeutsam. Es gilt, eine Sensibilität für Sprache zu entwickeln, um klar und wirksam zu kommunizieren.

Achten Sie auf folgende Inhalte einer Aussage:

  • Trennung zwischen Beobachtung und Bewertung. Beschreiben Sie die auslösende Situation bzw. das störende Verhalten, ohne zu bewerten. Beispiel: Bewertend wäre: „Sie sind so unzuverlässig geworden.“ Eine sachliche Beschreibung kann lauten: „Sie sind letzte Woche dreimal 20 Minuten nach Dienstbeginn gekommen.“
    Zusätzlich können Sie die Auswirkung bzw. die Folgen des beschriebenen Verhaltens schildern. Im Beispiel oben könnte es sein, dass Anrufe ins Leere laufen.
  • Verbalisierung von Gefühlen: Erkennen Sie Ihre Gefühle und sprechen Sie sie aus. Und geben Sie auch dem Konfliktpartner die Gelegenheit, seine Gefühle zu benennen. Unausgesprochene oder unterdrückte Gefühle, Stimmungen und Empfindungen können eine Konfliktlösung blockieren. Sind Emotionen ausgesprochen, können sich die Konfliktpartner leichter der Konfliktklärung bzw. Konfliktlösung zuwenden.
  • Benennung von Motiven, Werten, Idealen: Um Lösungen für Konflikte zu finden, ist es wichtig, „hinter“ die vertretenen Positionen zu schauen. Fragen Sie sich: „Worum geht es mir eigentlich?“ oder „Was ist mir wichtig?“ Aber fragen Sie sich auch: Welches sind die Interessen oder Motive des Konfliktpartners?Beispiele für Motive im beruflichen Kontext sind: (wirtschaftliche) Sicherheit, Verlässlichkeit, Klarheit, Effizienz, Respekt.
  • Formulierung von Strategien: Benennen Sie das Verhalten, das Sie sich von dem anderen wünschen bzw. was der andere tun soll. Je nach Situation bzw. (hierarchischem) Verhältnis kann es sich hierbei um eine Bitte, einen verhandelbaren Vorschlag oder eine Anweisung handeln.
  • Formulieren Sie positiv! Benennen Sie also das, was Sie wollen, und nicht das, was Sie nicht wollen. Sagen Sie also nicht: „Seien Sie nicht so unordentlich.“ Sondern zum Beispiel: „Bitte stellen Sie diese Bücher ins Regal.“
  • Formulieren Sie nicht abstrakt und vage, sondern beschreiben Sie konkretes Verhalten und Handeln. Sagen Sie nicht: „Ich will, dass Sie zuverlässiger arbeiten“. Sondern: „Bitte sagen Sie mir zu, dass ich den Bericht bis 15 Uhr auf dem Schreibtisch habe.“

Mit diesen Schritten können Sie sich in einer kritischen bzw. konflikthaften Situation dem Gesprächspartner klar und konstruktiv mitteilen.

Fazit

Eine wertschätzende Kommunikation sowie die Bereitschaft und Fähigkeit zu einer konstruktiven Konfliktklärung ermöglichen nachhaltige Konfliktlösungen.